Schabbat bei Imamen? Begegnungen auf Reisen.

Schon kurz nach den Ereignissen in Gaza hatten wir im letzten Jahr unsere jährliche Konferenz in Montenegro. Unter anderem war mein Kollege Alexander Hanan von der Universität Haifa als praktizierender Jude mit unter den TeilnehmernInnen. Nach der Eröffnung der Konferenz am Freitag wollten wir in unser Hotel fahren, doch leider konnte Alexander nicht mitfahren, weil für ihn der Schabbat am Freitagabend begann.

Nun standen wir vor der Frage, ob er zu Fuß über 15 km gehen könne, oder in einer muslimischen Madrassa bei den jungen angehenden Imamen übernachten möchte. Nicht nur er, sondern wir alle waren ein wenig verunsichert und ratlos. Aber er entschied sich bei den jungen, angehenden Imamen zu übernachten. Am nächsten Tag waren die jungen Imame und Alexander sehr zufrieden, weil sie nämlich sehr viele gegenseitige Vorurteile bei dieser Begegnung abbauen konnten.

Ich wusste jedoch nicht, dass es für den erfahrenen Kollegen Alexander Hanan eine einzigartige Erfahrung war, in einer Madrassa eine Schabbat-Feier zu erleben. Nun bin ich immer mehr davon überzeugt, dass wir in aufrichtig menschlichen Begegnungen viele Vorurteile und Spannungen abbauen können. Dazu braucht es nur Mut und Wille für den Frieden unter den Menschen.

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