Heute ist es wieder so weit, wie jedes Jahr feiern Muslime auf der ganzen Welt das Opferfest. Das im Quran oftmals vorkommende, arabische Wort „Qurban“ ins Deutsche als „Opfer“ zu übersetzen, finde ich an dieser Stelle nicht ausreichend, denn  dieser Begriff stammt vom arabischen qrb قرب und beinhaltet eine viel umfassendere Bedeutungen wie „nahe sein, sich nähern, die Nähe …“.

Mag. Ayse AKAY ist 29 Jahre alt und hat zwei Kinder. 2013 absolvierte sie ihr Diplomstudium für Turkologie in der Orientalistik an der Hauptuniversität Wien. Sie unterrichtet seit sechs Jahren an den öffentlichen SchulenAPS und AHS islamischen Religionsunterricht. Derzeit schreibt sie ihre Doktorarbeit in der Philosophie im Bereich„Islamische Religionspädagogik“.

Mag. Ayse AKAY absolvierte ihr Diplomstudium für Turkologie in der Orientalistik an der Hauptuniversität Wien. Sie unterrichtet seit sechs Jahren an den öffentlichen Schulen (APS und AHS) islamischen Religionsunterricht. Derzeit schreibt sie ihre Doktorarbeit in der Philosophie im Bereich „Islamische Religionspädagogik“.

Durch diese Tat, wie bei jeder gottesdienstlichen Handlung, hoffen Muslime die Nähe Allahs, dem Erhabenen und Sein Wohlgefallen zu erlangen. Übrigens erinnert es den Menschen daran, Gott zu vertrauen.

Der Prophet Abraham ist in Bezug auf das Vertrauen in Gott ein großes Vorbild, in allen drei monotheistischen Weltreligionen, dem Christentum, Judentum und Islam. Aus Liebe und Vertrauen zu Gott war Abraham an dieser Stelle sogar bereit, seinen geliebten Sohn zu opfern. Auch wenn man diese Geschichte aus verschiedenen Perspektiven mit geringen Unterschieden kennt, wie z.B. im Christentum Isaak (Ishaq), jedoch im Islam Ismael als der zu opfernde Sohn ist, ist der Verlauf der Geschichte sehr ähnlich und beinhaltet die gleiche Botschaft – das Gottvertrauen. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung und fördert in diesem Zusammenhang die Nächstenliebe.

Bei diesem Fest geht es vor allem um die Opfergabe des geliebten Besitztums eines Muslims im Namen Allahs, nicht etwa um das Fleisch und Blut eines Tieres, denn Gott hielt Abraham im letzten Moment von der Tat ab und erlöste ihn, sodass er schließlich nur ein Tier opfern musste.

Was ich sehr lobenswert finde ist, dass in Österreich viele Muslime zu diesem Fest ein Tier in einem Land schächten lassen, in dem Armut herrscht, damit das Fleisch dort an die bedürftigen Menschen verteilt werden kann. Dafür gibt es viele muslimische Wohltätigkeitsvereine, die diese Aufgabe übernehmen.

Eine kurze Geschichte meiner achtjährigen Schülerin möchte ich an dieser Stelle erwähnen: Sie war neu im Dorf sowie auch in der Schule und eine von den wenigen Muslimen, die damals dort lebten. Als ich sie fragte, warum sie nicht mit ihren Mitschülern spielte, war die Antwort sehr traurig. Sie nannten ihren Vater „Mörder“, da er zum Opferfest ein Tier geschächtet hätte und akzeptierten sie daher nicht. Da fehlten mir die Worte, denn ich kannte dieses Dorf sehr gut. Dort lebten fast nur Bauern und auch sie schickten ihre Tiere, wenn sie soweit waren, zur Fleischerei.

Vor allem in der Zeit des Opferfestes setzt diese Handlung viele Tierschutzverbände bzw. Tierfreunde in Bewegung. Doch an dieser Stelle darf man nicht vergessen, woher und auf welche Weise das Fleisch in unsere Geschäfte kommt.