Islamischer Fundamentalismus im familiären Kontext. Eine Einzelfallanalyse. – Ein Buchtipp!

Islamischer Fundamentalismus im familiären Kontext. Eine Einzelfallanalyse. – Ein Buchtipp!

Der von Sule Dursun verfasste Artikel, der vom Südwestdeutschen Verlag für Hochschulschriften als Buch veröffentlicht wurde, befasst sich mit dem islamischen Fundamentalismus im Mikrokosmos Familie. Anhand einer exemplarischen Einzelfallanalyse wird das Spannungsverhältnis zwischen islamischem Fundamentalismus und familiären Beziehungen ausgeführt, da diese Konstellation im bisherigen Forschungsstand unterschiedlicher Disziplinen ein eher unterbelichteter Themenschwerpunkt zu sein scheint. Die Analyse eines langen biografischen Interviews (einer akademisch gebildeten Tochter und ihrer Mutter aus Ankara) mithilfe der Grounded Theory liefert Anhaltspunkte zum islamischen Fundamentalismus im Kontext von Familie bzw zu deren Wechselwirkungen besonders im Hinblick auf die eigene religiöse Haltung. Zweck der Einzelfallanalyse war eine Exploration für weitere vertiefende Studien im Rahmen interdisziplinärer Forschungsarbeiten zum islamischen Fundamentalismus. read more…

Im Ramadan wird dir bewusst, dass der grenzenlose Zugang zu Nahrungsmitteln ein Privileg ist

Im Ramadan wird dir bewusst, dass der grenzenlose Zugang zu Nahrungsmitteln ein Privileg ist

Wenn ich als Kind an den Ramadan dachte, so sah ich in diesem lediglich eine Zeit, in der tagsüber weder gegessen noch getrunken werden durfte. Eine Belastung für MuslimInnen, dachte ich damals. Eine Praktik, die ich weder nachvollziehen konnte, noch irgendwann auf mich selbst anzuwenden gedachte. Mittlerweile, um einige Jahre älter und gefestigter in meinem Glauben, habe ich eine ganz andere Sicht in Bezug auf diese Zeit entwickelt. Ich sehe den Ramadan als Chance für gläubige MuslimInnen, sich eine spirituelle Auszeit zu nehmen und dem eigenen Körper, viel mehr dem Geist, die Gelegenheit zur Reinigung und Entgiftung zu geben.

Der Ramadan ermöglicht eine temporäre Flucht aus der schnelllebigen, konsumorientierten Gesellschaft.

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“Muslimische Diversität – Ein Kompass zur religiösen Alltagspraxis in Österreich” – ein Buchtipp!

Ednan Aslan / Jonas Kolb / Erol Yildiz, „Muslimische Diversität – Ein Kompass zur religiösen Alltagspraxis in Österreich“, Wiesbaden: Springer (2017).

Dieses Werk gilt als Abschlusspublikation einer mehrjährigen empirischen Studie (seit 2013), die allen voran die Variationsbreite und Vielschichtigkeit der religiösen Alltagspraxis von MuslimInnen in Österreich abbildet und tiefgründige Einblicke in muslimische Lebenswirklichkeiten gewährt. Denn entgegen einer häufig anzutreffenden, starren und klischeebesetzten Vorstellung, handelt es sich bei MuslimInnen nicht um eine homogene Gruppe, die ihre Religion durchwegs in derselben Art und Weise vertreten und praktizieren würde. Demzufolge leistet dieses Werk einen Beitrag zur Versachlichung der teils überreizten öffentlichen Debatte. read more…

Fasten im Monat Ramadan – Eine spirituelle Übung für Körper und Geist

Fasten im Monat Ramadan – Eine spirituelle Übung für Körper und Geist

Fasten bedeutet im Islam mehr als nur die Verringerung der Nahrungsaufnahme. Über den Verzicht hinaus geht es dabei um das Trainieren von Stärke durch Mäßigung zum Zweck des Einübens in Ausdauer und Geduld, um die Schärfung des sozialen Gewissens, und schließlich um ein friedlicheres Zusammenleben aller.

Fasten als eine der fünf Säulen des Islam

Fasten heißt auf Arabisch Saum oder Siyam und bedeutet “Enthaltsamkeit”. Der Fastenmonat im Islam ist Ramadan, der arabische Begriff kommt von “ar-ramad”, was soviel wie “brennende Hitze” bedeutet. Der Überlieferung nach ist diese Bezeichnung darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Benennung der Monate die Jahreszeit mitberücksichtigt wurde. So gesehen entsprach der neunte Monat Ramadan des islamischen Kalenders, der sich nach der Mondbewegung richtet, dem Sommer. Vor ungefähr fünfzehn Jahren, als ich nach Österreich gekommen bin, haben wir Ramadan im November und Dezember gefastet. Heuer beginnt er in der letzten Woche im Mai und endet, da Ramadan 29 bzw 30 Tage dauert, kurz vor Schulschluss. Er ist der heilige Monat, in dem der Qur´an zum ersten Mal offenbart wurde.

Das Fasten im Monat Ramadan, das den Muslimen erst im zweiten Jahr (ca. 624) nach der Hidschra – Auswanderung des Propheten Muhammed von Mekka nach Medina im Jahre 622 – vorgeschrieben worden ist, gehört gemäß dem folgenden Hadith zu den fünf Säulen des Islam: read more…

Leitgedanken zum Ramadan im Jahre 2017

Leitgedanken zum Ramadan im Jahre 2017

Am Samstag, den 27. Mai 2017, beginnt laut errechnetem Mondkalender der erste Fastentag des diesjährigen Ramadans. Ausnahmsweise einheitlich in der gesamten muslimischen Welt.

Die unsichtbare Neumondphase tritt für Mitteleuropa gegen 20:44 Uhr Donnerstagnacht ein. Heute, Freitag Abend zum Sonnenuntergang, sollte die noch ganz junge Mondsichel mit bloßem Auge überall auf der Welt gut sichtbar sein, um den ersten Ramadantag zu bestimmen. Dann beträgt das Mondalter schon über 24 Stunden und die Sichel wird deutlich zu sehen sein. Schwierig wird es bei einem Mondalter von 14 Stunden, denn da liegt auch schon der Rekordsichtbarkeitswert. Doch dieses Jahr gestaltet sich die Mondsichtung so praktisch wie noch nie – überall auf der ganzen Welt! Das verspricht endlich einmal einen einheitlichen Beginn des Fastenmonats in der islamischen Welt und keiner kann bei so günstiger Mondstellung den Ramadan früher oder später ausrufen, unmöglich. Wer hier danebenliegen wird, hat ganz offenkundig falsch gehandelt. read more…

Kinder muslimisch-christlicher Eltern im konfessionellen Religionsunterricht

Kinder muslimisch-christlicher Eltern im konfessionellen Religionsunterricht

Bei allen analysierten Eheschließungen waren die Väter muslimisch, die Mütter christlich. Es macht dennoch Sinn, die Forschungsergebnisse nochmals in Erinnerung zu rufen, da meine Erfahrungen im Schulalltag weiterhin diese Ergebnisse bestätigen.

 

Dieser Beitrag widmet sich den SchülerInnen muslimisch-christlicher Eltern, da dieser Gruppe meiner Meinung nach nur wenig Aufmerksamkeit in der Gegenwart geschenkt wird. Dies, obwohl sich gerade unser postmodernes Zeitalter mit der Pluralisierung der Lebenswelten, Auflösung alter sozialer Ungleichheiten in neuen vielfältigen Milieus, Lebensweisen und Subkulturen und mit einer starken Individualisierung von Biographie-Mustern in Europas Gesellschaften auszeichnet. Dazu fällt auch die steigende Präsenz von muslimisch-christlichen Partnerschaften und die starke Präsenz von Kindern dieser Partnerschaften im Lebensraum Schule. Im Folgenden möchte ich über meine aktuellen Erfahrungen aus dem Schulraum berichten, um die Komplexität dieser Thematik besser veranschaulichen zu können. read more…

Der Umgang mit behinderten Kindern im Islam – Ein Interview mit einer muslimischen Sonderpädagogin

Der Umgang mit behinderten Kindern im Islam – Ein Interview mit einer muslimischen Sonderpädagogin

“Eine durch Krankheit oder Behinderung in Not geratene Person kann immer auf den Schutz der islamischen Gemeinschaft zählen!”

 

Frau Kilic, nach Ihren Erfahrungen als Sonderpädagogin, wie groß ist die Aufmerksamkeit in der muslimischen Gemeinschaft gegenüber behinderten SchülerInnen?

Während meiner fünfjährigen Tätigkeit als Religionspädagogin im Sonderpädagogischen Zentrum in Wien habe ich die Erfahrung gemacht, dass es vielen Eltern an Informationen und Hintergrundwissen über den Umgang mit der Behinderung ihres Kindes fehlt. Eltern fühlen sich in pädagogischer Hinsicht oft alleine gelassen und überfordert. Deshalb beschäftigte ich mich in meiner Masterarbeit vor allem mit der Frage, wie türkischstämmige Familien mit behinderten Kindern in Wien mit dieser Tatsache umgehen. Vor dem Hintergrund, dass die meisten Familien eine traditionelle türkisch-kulturelle Prägung beibehalten haben, ließ sich erkennen, dass behinderte Personen in der Gesellschaft nicht als „vollkommen“ betrachtet werden. Sie werden zwar nicht ausgeschlossen, doch überlässt man ihnen sehr wenig Selbstständigkeit, um sich tatsächlich entfalten zu können. Darüber hinaus ist eine spezifische Auseinandersetzung mit der Beeinträchtigung kaum vorhanden und die gesellschaftliche Annährung findet eher auf der emotionalen Ebene statt, in dem man den Betroffenen Mitleid entgegenbringt. read more…

“Religion and Violence – Muslim and Christian Theological and Pedagogical Reflections” – ein Buchtipp!

Ednan Aslan / Marcia Hermansen (Eds.), “Religion and Violence – Muslim and Christian Theological and Pedagogical Reflections”, Wiesbaden: Springer (2017).

In diesem bearbeiteten Band “Religion and Violence” aus der Reihe “Wiener Beiträge zur Islamforschung” thematisieren die Autoren frei und objektiv das Potenzial der Religionen hinsichtlich Gewalt und Frieden. Dieses ernste Thema stößt derzeit nicht nur auf ein öffentliches Interesse, sondern regt auch zu akademischen Debatten und letztlich zur religiösen Reflexion an. Immerhin spielt die Religion im Aufruf zur Gewalt eine Rolle. Aber nicht nur dort, denn sie hält auch Lösungen bereit, insbesondere durch theologische Ressourcen und einem auf Glauben basierenden Aktivismus für den Frieden. read more…

Wie definieren Sie „Islam europäischer Prägung“?

Wie definieren Sie „Islam europäischer Prägung“?

In der 2. Ausgabe der Reihe „Perspektiven Integration“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) wurden renommierte Islam-ExpertInnen gefragt, wie ein Islam europäischer Prägung aussehen kann, ob es Reformbedarf gibt, wie es um die Integration der muslimischen Minderheit steht und warum in diesem Zusammenhang zumeist über den Islam gesprochen wird, nicht hingegen über andere Religionen.

CEAI bietet hier die Möglichkeit zum Download der ÖIF-Ausgabe (PDF) und folglich einen kurzen Überblick der Antworten hinsichtlich der im Zentrum stehenden Frage, wie die ExpertInnen einen “Islam europäischer Prägung” definieren: (more…)

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