muslimisch-kritisch-zukunftsorientiert

Schockiert über das Video? Verärgert? Steckte tatsächlich die CIA und die jüdische Weltregierung dahinter? Nicht wenige sagen, dass zumindest 9/11 tatsächlich unter äußerst dubiosen Umständen passierte. Wer das ablehne, der google “9/11 controlled demolition”. Ca. 3000 unschuldige Todesopfer.  Ähnlich tragisch gestaltet sich Charlie Hebdo, allerdings mit wesentlich weniger Toten. Nun, wer steckt dahinter? Eine komplexe Frage, die bestimmt nicht so einfach zu klären ist, wie manche glauben. Die CIA? Die jüdische Weltregierung? Es wäre unseriös weiter darauf einzugehen.

Viel wichtiger wäre ein grundsätzlich anderer Zugang zu diesen Themen. Denn bei solchen Themen vergisst man leicht, dass es Unschuldige getroffen hat, die an diesem Tag bloß ihre Arbeit verrichten und nach Feierabend zu ihren Familien zurückkehren wollten. Und eben hier könnte bei Diskussionen dieser Themen in erster Linie angesetzt werden, die noch dazu eine gemeinsame moralische Haltung aller monotheistischen Religionen beinhaltet: “Jeder getötete Mensch ist einer zu viel! Möge Gott ihrer Seelen gnädig sein!” … Mensch wohl gemerkt. Nicht umsonst ist der Islam eine universale Religion. Die Schuldfrage tritt dann in den Hintergrund, denn für eine solche Haltung kann es keinen Unterschied machen, ob westliche Geheimdienste oder islamistische Extremisten dahinter stecken.

Digital verbreitete Propaganda, fake News oder Verschwörungstheorien read more…

Gewinner der “Allahu Akbar”-Video-Challenge 2017

Das Gewinner-Video der “Allahu Akbar”-Video-Challenge im Ramadan 2017 heißt:

“Allah Motiviert”

(BRG IMST und NMS Stams-Rietz)

Teamleitung: Elif Dagli (BRG Imst) und Nalan Gelengec (NMS Stams-Rietz)

Das eingereichte Video von SchülerInnen des BRG Imst und der NMS Stams-Rietz, besticht durch eine geistreiche Idee, die göttliche Lobpreisung bzw Huldigung “Allahu Akbar” mit zwei bedeutenden Bereiche des irdischen Lebens in Verbindung zu bringen:

1. Motivation durch die Huldigung Gottes im Bereich der körperlichen Fitness des Menschen
2. Wahrnehmung der wunderbaren Schöpfung der Natur durch die Lobpreisung Gottes

Diese harmonisch und authentisch inszenierte read more…

Österreichs ältestes Gesetz für MuslimInnen aus dem Jahr 1826

Österreichs ältestes Gesetz für MuslimInnen aus dem Jahr 1826

Die Frage, ob der Islam zu Österreich gehöre, wurde in jüngster Vergangenheit von gewissen Politikern gerne aufgegriffen und entsprechend hochstilisiert sowie von einem Teil der Bevölkerung entsprechend negativ bewertet. Selbstverständlich steht eine solche ablehnende Haltung in Verbindung mit den globalen Anschlägen sektiererischer Gruppierungen, die sich in erschreckender Weise als die “wahren Muslime” sehen und positionieren. Daraufhin alle MuslimInnen in Österreich pauschal als “die Anderen” darzustellen und womöglich abzulehnen, ist jedoch hinsichtlich einer bewussten gesellschaftlichen Exklusion höchst problematisch und fördert bestehende Ressentiments innerhalb einer immer heterogener werdenden Bevölkerung. Geht man allerdings zurück in die Geschichte, sieht man schon in der Gründungszeit Österreichs, dass es keine homogene österreichische Gesellschaft gab, auch wenn vor rund 200 Jahren die Heterogenität hauptsächlich in Abgrenzung zu anderen christlichen Konfessionen sichtbar wurde. Aber auch für MuslimInnen gab es in Österreich eigene Gesetze, die nicht nur in Bezug auf die obligatorische Zivilehe (Islamgesetz 1912) eine Vorreiterrolle spielten, sondern auch auf die Beachtung religiöser und kultureller Eigenheiten Rücksicht nahmen. Etwa bei der Beeidigung vor Gericht, zu deren Darstellung im Folgenden auf die Anfänge Österreichs eingegangen wird. read more…

Islamischer Fundamentalismus im familiären Kontext. Eine Einzelfallanalyse. – Ein Buchtipp!

Islamischer Fundamentalismus im familiären Kontext. Eine Einzelfallanalyse. – Ein Buchtipp!

Der von Sule Dursun verfasste Artikel, der vom Südwestdeutschen Verlag für Hochschulschriften als Buch veröffentlicht wurde, befasst sich mit dem islamischen Fundamentalismus im Mikrokosmos Familie. Anhand einer exemplarischen Einzelfallanalyse wird das Spannungsverhältnis zwischen islamischem Fundamentalismus und familiären Beziehungen ausgeführt, da diese Konstellation im bisherigen Forschungsstand unterschiedlicher Disziplinen ein eher unterbelichteter Themenschwerpunkt zu sein scheint. Die Analyse eines langen biografischen Interviews (einer akademisch gebildeten Tochter und ihrer Mutter aus Ankara) mithilfe der Grounded Theory liefert Anhaltspunkte zum islamischen Fundamentalismus im Kontext von Familie bzw zu deren Wechselwirkungen besonders im Hinblick auf die eigene religiöse Haltung. Zweck der Einzelfallanalyse war eine Exploration für weitere vertiefende Studien im Rahmen interdisziplinärer Forschungsarbeiten zum islamischen Fundamentalismus. read more…

Im Ramadan wird dir bewusst, dass der grenzenlose Zugang zu Nahrungsmitteln ein Privileg ist

Im Ramadan wird dir bewusst, dass der grenzenlose Zugang zu Nahrungsmitteln ein Privileg ist

Wenn ich als Kind an den Ramadan dachte, so sah ich in diesem lediglich eine Zeit, in der tagsüber weder gegessen noch getrunken werden durfte. Eine Belastung für MuslimInnen, dachte ich damals. Eine Praktik, die ich weder nachvollziehen konnte, noch irgendwann auf mich selbst anzuwenden gedachte. Mittlerweile, um einige Jahre älter und gefestigter in meinem Glauben, habe ich eine ganz andere Sicht in Bezug auf diese Zeit entwickelt. Ich sehe den Ramadan als Chance für gläubige MuslimInnen, sich eine spirituelle Auszeit zu nehmen und dem eigenen Körper, viel mehr dem Geist, die Gelegenheit zur Reinigung und Entgiftung zu geben.

Der Ramadan ermöglicht eine temporäre Flucht aus der schnelllebigen, konsumorientierten Gesellschaft.

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“Muslimische Diversität – Ein Kompass zur religiösen Alltagspraxis in Österreich” – ein Buchtipp!

Ednan Aslan / Jonas Kolb / Erol Yildiz, „Muslimische Diversität – Ein Kompass zur religiösen Alltagspraxis in Österreich“, Wiesbaden: Springer (2017).

Dieses Werk gilt als Abschlusspublikation einer mehrjährigen empirischen Studie (seit 2013), die allen voran die Variationsbreite und Vielschichtigkeit der religiösen Alltagspraxis von MuslimInnen in Österreich abbildet und tiefgründige Einblicke in muslimische Lebenswirklichkeiten gewährt. Denn entgegen einer häufig anzutreffenden, starren und klischeebesetzten Vorstellung, handelt es sich bei MuslimInnen nicht um eine homogene Gruppe, die ihre Religion durchwegs in derselben Art und Weise vertreten und praktizieren würde. Demzufolge leistet dieses Werk einen Beitrag zur Versachlichung der teils überreizten öffentlichen Debatte. read more…

Fasten im Monat Ramadan – Eine spirituelle Übung für Körper und Geist

Fasten im Monat Ramadan – Eine spirituelle Übung für Körper und Geist

Fasten bedeutet im Islam mehr als nur die Verringerung der Nahrungsaufnahme. Über den Verzicht hinaus geht es dabei um das Trainieren von Stärke durch Mäßigung zum Zweck des Einübens in Ausdauer und Geduld, um die Schärfung des sozialen Gewissens, und schließlich um ein friedlicheres Zusammenleben aller.

Fasten als eine der fünf Säulen des Islam

Fasten heißt auf Arabisch Saum oder Siyam und bedeutet “Enthaltsamkeit”. Der Fastenmonat im Islam ist Ramadan, der arabische Begriff kommt von “ar-ramad”, was soviel wie “brennende Hitze” bedeutet. Der Überlieferung nach ist diese Bezeichnung darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Benennung der Monate die Jahreszeit mitberücksichtigt wurde. So gesehen entsprach der neunte Monat Ramadan des islamischen Kalenders, der sich nach der Mondbewegung richtet, dem Sommer. Vor ungefähr fünfzehn Jahren, als ich nach Österreich gekommen bin, haben wir Ramadan im November und Dezember gefastet. Heuer beginnt er in der letzten Woche im Mai und endet, da Ramadan 29 bzw 30 Tage dauert, kurz vor Schulschluss. Er ist der heilige Monat, in dem der Qur´an zum ersten Mal offenbart wurde.

Das Fasten im Monat Ramadan, das den Muslimen erst im zweiten Jahr (ca. 624) nach der Hidschra – Auswanderung des Propheten Muhammed von Mekka nach Medina im Jahre 622 – vorgeschrieben worden ist, gehört gemäß dem folgenden Hadith zu den fünf Säulen des Islam: read more…

Leitgedanken zum Ramadan im Jahre 2017

Leitgedanken zum Ramadan im Jahre 2017

Am Samstag, den 27. Mai 2017, beginnt laut errechnetem Mondkalender der erste Fastentag des diesjährigen Ramadans. Ausnahmsweise einheitlich in der gesamten muslimischen Welt.

Die unsichtbare Neumondphase tritt für Mitteleuropa gegen 20:44 Uhr Donnerstagnacht ein. Heute, Freitag Abend zum Sonnenuntergang, sollte die noch ganz junge Mondsichel mit bloßem Auge überall auf der Welt gut sichtbar sein, um den ersten Ramadantag zu bestimmen. Dann beträgt das Mondalter schon über 24 Stunden und die Sichel wird deutlich zu sehen sein. Schwierig wird es bei einem Mondalter von 14 Stunden, denn da liegt auch schon der Rekordsichtbarkeitswert. Doch dieses Jahr gestaltet sich die Mondsichtung so praktisch wie noch nie – überall auf der ganzen Welt! Das verspricht endlich einmal einen einheitlichen Beginn des Fastenmonats in der islamischen Welt und keiner kann bei so günstiger Mondstellung den Ramadan früher oder später ausrufen, unmöglich. Wer hier danebenliegen wird, hat ganz offenkundig falsch gehandelt. read more…

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